18.11.2025, 17:30 Uhr
UGH zu Gast im UKE

Immunologische Anpassung der Mutter: Perspektiven für zwei Generationen

Vorträge und Dialog

Prof. Dr. Christian Kubisch führte als Moderator in die Veranstaltung ein, indem er die Bedeutung der Sonderforschungsbereiche in der Wissenschaft betonte, mit denen die Deutsche Forschungsgesellschaft interdisziplinäre Gruppen von exzellenten Forschenden langfristig mit hohen Summen fördert.

In den beiden Impulsreferaten wurde beschrieben, welche Herausforderung die Schwangerschaft für das Immunsystem darstellt. Prof. Dr. Petra Arck stellte wichtige Grundlagen vor, um das Immunsystem in der Schwangerschaft zu verstehen. Einerseits muss die Immunabwehr unterdrückt werden, damit die Plazenta mit dem Fötus, die ja auch fremde, väterliche Moleküle enthalten, nicht abgestoßen wird. Zum anderen müssen „normale“ Infektionen, wie z.B. Grippeviren, abgewehrt werden, um Mutter und Kind zu schützen. Um das zu erreichen, sind Impfungen in der Schwangerschaft medizinisch empfohlene Maßnahmen. Diese stellte Prof. Dr. Anke Diemert vor und unterscheidet dabei zwischen aktiver und passiver Impfung. Wichtig ist, dass Mutter und Kind gleichermaßen von dem Impfschutz profitieren sollen. Bei der passiven Impfung werden spezifische Antikörper gegeben, die direkt gegen die entsprechende Infektion gerichtet sind und die Infektionsabwehr stimulieren. Das ist vor allem auch für den Schutz Neugeborener wichtig, die selbst noch keine Antikörper bilden können.

In der Diskussion unterstrichen die Vertreterinnen von AstraZeneca, Frau Dr. Catharina Wähling und Frau Dr. Stefanie Schattling, die Notwendigkeit, das Gesundheitssystem zu einem Gesunderhaltungs-System zu transformieren und Prävention ganzheitlich über sämtliche Stufen zu verankern; zentral sei dabei in der Primärprävention die Vermeidung von Erkrankungen durch Impfungen und passive Immunisierung. Als Vertreterin der Hebammen berichtete Frau Anika Gießler, wie wichtig es ist, dass Hebammen die Grundlagen der Impfungen kennen und den Frauen erklären können, wieso Impfungen auch in der Schwangerschaft wichtig sein können. Es wurden darüber hinaus die ethischen Fragen der Forschung mit schwangeren Patientinnen diskutiert und inwieweit auch Tiermodelle eingesetzt werden können. 

Wer mehr über den Sonderforschungsbereich wissen möchte, kann dies auf der Website finden: www.crc1713.org oder https://www.uni-hamburg.de/newsroom/forschung/2025/0530-uke-sfb.html

Referentinnen und Podiumsteilnehmerinnen

Prof. Dr. Petra Arck

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Petra Arck, Universitätsprofessorin Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie habilitierte in Immunologie/Exp. Psychosomatik an der Charité in Berlin.
Seit 2018 wirkt sie als Dekanin für Forschung an der Medizinische Fakultät, Universität Hamburg und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Forschungszentrum Borstel (Leipnitz-Institut).

Darüber hinaus arbeitet sie als Chefredakteurin für das  „Seminars in Immunpathology“ im Verlag Springer I Nature

Prof. Dr. Anke Diemert

Prof. Dr. med. Anke Diemert ist Professorin und stellvertretende Direktorin für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Nach ihrem Studium in Lübeck habilitierte Frau Diemert 2018 am UKE Hamburg-Eppendorf. Sie legte ebenfalls die staatliche amerikanische medizinische Prüfung ab.

Dr. Stefanie Schattling

Dr. Stefanie Schattling ist Head of Corporate Affairs Biopharma bei dem biopharmazeutischen Unternehmen AstraZeneca GmbH und verantwortet dort die Bereiche Policy und Patient Affairs sowie die produktspezifische Kommunikation.

Nach ihrem Biologie-Studium in Bochum promovierte Sie am Bernhard-Nocht-Institut  für Tropenmedizin in Hamburg und ist seit 2014 bei AstraZeneca tätig.

Dr. rer. nat. Catharina Wähling

Dr. rer. nat. Catharina Wähling, Medical Affairs Manager Vaccines & Immune Therapies, AstraZeneca GmbH Deutschland.

Nach dem Studium der Pharmazie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel promovierte sie in der Abteilung Pharmaceutical Development bei der Fa. Merck KGaA, Darmstadt. Es folgten verschiedene Stationen in den Bereichen Medical Affairs sowie Global Clinical Affairs in der pharmazeutischen Industrie. Berufsbegleitend hat sie den Fachapotheker für Arzneimittelinformation absolviert.

Anika Gießler

Anika Gießler, Hebamme hat einen Master in Health Science Education. Sie ist hauptamtliche Praxisanleiterin und stellvertretende Teamleiterin der verantwortlichen Praxiseinrichtung Hebammenwissenschaft am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf.