26.2.2026, 18:30 Uhr
Hauptgebäude der Universität Hamburg, Hörsaal H

Mehrsprachigkeit - interkulturelle Kommunikation

Vorträge und Dialog

Maryam Blumenthal (Senatorin, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung) schildert eindrucksvoll, was es heißt als Kind aus dem Iran nach Deutschland gekommen zu sein. Wie wichtig Sprache für die soziale Teilhabe ist, und warum sie deshalb mit ihren Söhnen nur deutsch gesprochen hat. Sie betont, dass Sprache verbindet. – Ein Thema für sie ist auch, die unterschiedliche Bewertung von Sprachen, englisch und französisch sind gern gesehen, während persisch und türkisch eher abgewertet werden.

Frau Prof. Dr. Piller (Universität Hamburg) betont, dass Hamburg in der Geschichte schon immer mehrsprachig war und es heute als Hafen und Handelsplatz immer noch sein sollte. Es gibt ca. 7000 Sprachen auf der Welt, deren Anzahl stark von politischen Entwicklungen beeinflusst wird. Sie beschreibt, wie schwierig das Erlernen einer Sprache für Erwachsene ist, während Kinder spielend Sprachen lernen. Dabei wirbt sie für eine größere Toleranz, wenn Neuzuwanderer sich bereits gut verständigen können, ohne jedoch perfektes deutsch zu sprechen. So könnten Sprachbarrieren abgebaut werden.

Die erste Frage des Moderators Peter Helling (Freier Journalist NDR 90,3 / Hamburg Journal) an die Panelteilnehmerinnen war: wie viele Sprachen sprechen Sie? Es zeigt sich eine beeindruckende Mehrsprachigkeit, die von allen als sehr positiv beschrieben wird. Es wird von Frau Prof. Dr. Moll-Khosrawi (UKE) dargestellt, dass es auch innerhalb einer Sprache ein unterschiedliches Sprachverständnis gibt. Frau Blumenthal schildert, dass sie sich, wenn sie persisch oder deutsch spricht, als jeweils eine andere Person empfindet. So ist die Sprache eng mit der kulturellen Identität verbunden. Zuletzt wird die Verwendung von Sprachtechnologien, wie ChatGPT, durch Migranten diskutiert und von Frau Dr. Yudytska als Sprachwissenschaftlerin kritisch beleuchtet.

Ein gehörloser Teilnehmer macht darauf aufmerksam, dass auch die Gebärdensprache zur Mehrsprachigkeit gehört und dabei eine besondere Rolle einnimmt. Eine wichtige Ergänzung der Diskussion!

Referenten und Podiumsteilnehmer

Maryam Blumenthal

Wissenschaftssenatorin der Stadt Hamburg

Maryam Blumenthal ist Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung in Hamburg. Sie ist im Iran geboren und hat ihre Ausbildung und das Studium der Erziehungswissenschaften in Deutschland absolviert. Als Lehrerin hat sie in Schleswig-Holstein und Hamburg gearbeitet. Sie ist seit 2014 aktiv in der Politik und seit Mai 2025 Senatorin.

Prof. Dr. Parisa Moll-Khosrawi

Oberärztin, Lehrkoordinatorin, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
Klinik für Anästhesiologie

Prof. Dr. Parisa Moll-Khoswari ist seit 2019 Oberärztin für Anästhesie im UKE. 2019 hat sie den ‚Master of Medical Education‘ gemacht und ist seit 2020 Koordinatorin der Lehre der Klinik für Anästhesiologie. Sie leitet die Arbeitsgruppe Lehrforschung und innovative Lehrstrategien.

Sie ist Mitglied im Vorstand der Universitäts-Gesellschaft Hamburg.

Prof. Dr. Ingrid Piller

Professorin für Interkulturelle und International vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg

Ingrid Piller ist Humboldt-Professorin an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg. Ihre Forschung beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von sprachlicher Diversität und sozialer Teilhabe im Lebensverlauf. Mehr dazu finden Sie unter https://www.languageonthemove.com/ingrid-piller/

Dr. Jenia Yudytska

Postdoktorandin der Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg

Jenia Yudytska ist Postdoktorandin im Team der Alexander-von-Humboldt-Professur an der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg. Sie erforscht, wie Migrant:innen Sprachtechnologien als Ressource für soziale Teilhabe nutzen. Zudem administriert und beteiligt sie sich in online Mutual Aid Communities von ukrainischen Geflüchteten in Österreich.